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Meßtischblatt (heute Topographische Karte 1 : 25.000)

Einige allgemeine, wichtige und praktische Bemerkungen zu den Meßtischblättern und zur Geologischen Karte im Maßstab 1:25.000
 

Die Feldbeobachtungen der Geologen der geologischen Landesaufnahme wurden früher in die topographischen Hauptkarten des Großen Generalstabs (der Königlich Preussischen Topographischen Landesaufnahme), die sogenannten Meßtischblätter,  eingetragen. Diese wurden mit dem sogenannten Meßtisch (und der Kippregel) direkt im Gelände aufgenommen und haben eine sehr große Genauigkeit.

Die Meßtischblätter sind im Maßstab 1:25.000 gezeichnet, d.h. 1 mm auf der Karte entsprechen 25 m der Wirklichkeit, oder 1 cm = 250 m, also 4 cm = 1.000 m = 1 km. Das ist ein verhältnismäßig großer Maßstab. Dieser große Maßstab ist aber unbedingt nötig, da eine solche Karte sehr viel Einzelheiten enthält, die z.B. auf einer Karte kleineren Maßstabes (z.B. 1:100.000) wegfallen würden. Über die Größe des Maßstabes muß man sich deshalb zu allererst klar werden.


Ein Meßtischblatt umfaßt in westöstlicher Erstreckung 10 Minuten, in nordsüdlicher Erstreckung 6 Minuten des Gradnetzes der Erdkugel und ist dadurch von diesen geodätischen Längenhalbkreisen und Breitenhalbkreisen begrenzt. Auf der Nordhalbkugel der Erde haben die nördlicher belegenen Blätter einen geringeren Flächeninhalt als die südlicher liegenden Blätter. Auf der Südhalbkugel der Erde ist es umgekehrt.  

Jedes Blatt (Sektion) ist nach dem größten darauf liegenden Ort benannt. Häufig sind Umbenennungen eingetreten, so daß man bei Bestellungen auch die Nummer des Blattes mit angeben muß. Auf dem Rand sind Namen und Nummern der Nachbarblätter eingetragen.

Wie die Vermessung selbst mit einer bis ins kleinste gehenden außerordentlichen Sorgfalt vorgenommen wurde, so sind bei der früher durch Lithographie (Steindruck) hergestellten Wiedergabe alle Mittel der Technik herangezogen worden, um nicht nur ein durchaus richtiges und zuverlässiges, sondern auch ein durch Klarheit und Schönheit ausgezeichnetes Bild des Geländeabschnittes zu erreichen. Der große Maßstab der Meßtischblätter gestattet alle Einzelheiten des Geländes
noch deutlich, maßstabsgerecht und geometrisch richtig zur Anschauung zu bringen.

Heute wird die Topographische Karte 1:25.000 fast ausschließlich durch überfliegen der betreffenden Gebiete mittels Photogrammetrie aufgenommen und korrigiert. Dadurch hat nach eigenen Erfahrungen mit den Blättern neuerem Erscheinungsdatum die Vielfalt der Details und auch die Genauigkeit der aktuellen Karten z.T. erheblich gelitten. Signaturen von Einzelobjekten entsprechen überdies wegen mangelnder Sorgfalt  beim Entwurf der Blätter leider nicht immer den tatsächlichen Realitäten im Gelände. Deshalb sind die historischen Blätter oftmals von erheblich größerer Aussagekraft für das unbebaute Gelände im Heimatgebiet.

Die Darstellung des Geländes erfolgt durch Schichtlinien (Höhenlinien, sog. Isohypsen) mit zerstreut eingetragenen Höhenzahlen. Die Höhenlinien verbinden in regelmäßigen Abständen alle Punkte gleicher Höhe miteinander. Diese Art der Darstellung gibt ein außerordentlich genaues Bild der Oberflächenformen und läßt das Höhenverhältnis jedes Punktes, die Höhenunterschiede verschiedener Punkte und die Böschungsverhältnisse am schnellsten und zugleich am sichersten erkennen.

Deshalb sind die Meßtischblätter unentbehrlich für all jene, deren Arbeit und Interessen draußen in der freien Natur liegen, in Feld und Wald, in Berg und Tal, für den Grundbesitzer, den Landwirt und Forstmann gleichermaßen, wie für den Feldmesser und Kulturtechniker, für den Bergbautreibenden und für viele andere Industriezweige. Gerade auch dem Naturfreund und Wanderer sind sie ein außerordentlich willkommener Berater, der stets sicheren Aufschluß gibt.

In den allgemeinbildenen Schulen sind die Meßtischblätter / Topographische Karten 1:25.000 zu allergrößtem Bedauern heute leider nicht mehr die Basisgrundlage des heimatkundlichen Unterrichts, die zum tieferen Verständnis der heimatlichen Umgebung und seiner Topographie unverzichtbar ist. Eigentlich ist es ein pädagogisches Unding, Wissen über und Umgang mit dem Meßtischblatt bzw. der Topographischen Karte (TK) 1:25.000 nicht mehr im Unterricht der allgemeinbildenden Schulen zu vermitteln. Gerade diese Karten veranschaulichen am allerbesten die topographischen Verhältnisse in der eigenen Heimat. Bis in die 1970-erJahre hinein gab es deshalb für die Heimatkunde auch das Heft „Vom Bild zur Karte“, in dem dieser Aspekt der Allgemeinbildung speziell vermittelt wurde.

Dem ernsthaften Freund heimatkundlicher Studien sind die Meßtischblätter
aber als ideale Heimat- und Wanderkarten noch in guter Erinnerung und werden nach wie vor sehr gern und häufiggenutzt. Nur sie sind die geeignete kartographische Basis für eigene heimatkundliche Forschungen, insbesondere auch für eine Untersuchung der eigenen Heimat zu geologischen Fragen. Sie können über den einschlägigen Buchhandel und über die Landesvermessungsämter bezogen werden.



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